Daten und Fakten zu häuslicher Gewalt in Europa
11
April
2013

Im April erstellten alle Partner nationale Forschungsberichte zur Situation häuslicher Gewalt in ihren jeweiligen Ländern. Dazu gehörte die Beschreibung rechtlicher Bestimmungen, eine Übersicht über Zuwanderungszahlen und Informationen zur häuslichen Gewalt bei sozial benachteiligten Gruppen. In Deutschland stammt die größte Gruppe muslimischer Zuwanderer mit 3,7 Millionen Personen aus der Türkei, gefolgt von 1,1 Millionen aus arabischen Staaten, 400.000 Muslimen aus Asien und Konvertiten. Ein Drittel dieser gesamten Gruppe ist jünger als 28 Jahre, 15 Prozent sind über 65. Die größten Gruppen muslimischer Bürgerinnen und Bürger finden sich in Berlin, Frankfurt, Köln, Stuttgart und München.

Eine neue Entwicklung in Deutschland ist die steigende Zahl von Männern als Opfer häuslicher Gewalt. Nach einer langen Diskussion über Frauenrechte, Gleichstellung von Frauen sowie der Förderung von Mädchen an Schulen und in der Ausbildung, ergab sich nun ein „Jungenproblem“. Viele Jungen stehen unter großem sozialem Druck, Erfolgserwartungen und Konkurrenz zu Mädchen, die in den vergangenen Jahren viel Unterstützung durch die Regierung erhalten haben. Hinzu kommen die Probleme von Jungen in der Pubertät. Dies hat, so aktuelle sozialwissenschaftliche Studien, zu einem Anstieg von Jungen als Opfer häuslicher Gewalt geführt.

Trotz allem sind die überwiegenden Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland Frauen. Hier wiederum haben muslimische Frauen einen traurig hohen Anteil. Viele dieser Opfer leben in traditionellen, konservativen Familien, die sich durch eine große Familienzentriertheit, soziale und ethnische Homogenität und starken Lokalbezug kennzeichnen.

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